Strom aus dem Bergell

Im Gegensatz zu seinem berühmten Nachbartal, dem Engadin, weist das Bergell nur wenig touristische Attraktionen auf. Dafür spielt die Region bei der Versorgung mit elektrischer Energie eine Schlüsselrolle: Nicht nur die nähere Umgebung, sondern auch die Stadt Zürich bezieht Strom der Bergeller Wasserkraftwerke. Diese werden jetzt erneuert und mit modernen Generatorschaltern von ABB ausgerüstet.

Leicht oberhalb des gleichnamigen Dorfes, an einer der entlegensten Ecken der Schweiz, unmittelbar an der Grenze zu Italien liegt das Kraftwerk Castasegna.

Das 1959 erbaute Kraftwerk Castasegna liegt am Ende eines mehrstufigen Kraftwerksystems, das vom Elektrizitätswerk Zürich, ewz, betrieben wird. Das Wasser kommt direkt vom Ausgleichbecken des höher gelegenen Kraftwerks Löbbia. Bei einem Bruttogefälle von 733 Metern erzeugen zwei Turbinen à je 50 MW eine Generatorleistung von 50 MVA und erreichen eine mittlere Jahresproduktion von 272 Gigawattstunden. Seit 45 Jahren sind in Castasegna wie auch in Löbbia Druckluft-Generatorschalter von BBC in Betrieb. Im Rahmen einer Erneuerung der Kraftwerke wechselt nun ewz diese Schalter aus, um die Anlagen- und Personensicherheit zu erhöhen. Für den Austausch der Schalter hat sich ewz entschieden, wiederum mit ABB zusammenzuarbeiten, die mit ihrer fortschritllichen Generatorschaltertechnologie weltweit marktführend ist und ewz ein massgeschneidertes Lösungskonzept präsentieren konnte. Für die beiden Kraftwerke Löbbia und Castasegna liefert ABB insgesamt sechs Generatorschalter der neuesten Generation und 1000 Meter vollisolierte Stromschienen, die die Generatoren mit den Transformatoren verbinden.

Besondere Herausforderung
Mitte März 2009 hat das ABB-Team mit dem Austausch des ersten Generatorschalters im Werk Castasegna begonnen. Bevor der Schalter eingebaut werden kann, müssen die Zellen für die Transformatoren entsprechend eingerichtet werden. "Diese Zellen sind Prototypen", erklärt Markus Nikles, Baustellenleiter und Montageprojektleiter. "Die verschiedenen Komponenten müssen vormontiert werden. Diese Einzelteile sind zum Teil sehr schwer, was deren Montage mit unseren zur Verfügung stehenden Hilfsmitteln sehr anspruchsvoll macht." Weiter nennt er auch die Koordination unter den zahlreichen Zulieferern von Einzelkomponenten sowie die durch die Anforderungen des Replacement-Auftrages gegebenen Rahmenbedingungen als besondere Herausforderungen des Projektes.

Testbetrieb im Gang
Insgesamt fünf Wochen arbeitete das ABB-Team am Austausch des ersten Generatorschalters. Seit Anfang Juni 2009 läuft nun der 30-tägige Testbetrieb. Im Oktober und November 2009 wird dann in analogem Verfahren der zweite Schalter ersetzt. Der bevorstehende erfolgreiche Abschluss des ersten Teilprojekts gibt dem ABB-Team die nötige Zuversicht für den zweiten Teil.

Last edited 2009-06-15
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    Umbauarbeiten beim Kraftwerk Castasegna vor alpiner Kulisse.

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