Daniel Egger, Ex-Trainee, Grundstudium in Elektrotechnik an der ETH Zürich, anschliessend Vertiefungsstudium in Betriebs- und Produktionswissenschaften
Mit welcher Erwartung hast du die Trainee-Stelle angetreten?
Von meinem Praktikum bei ABB „Machines and Motors“ in Schweden kenne ich ABB als Firma, welche den Mitarbeitenden die Möglichkeit bietet, sich persönlich und fachlich weiterzuentwickeln gleichzeitig aber auch einiges von den Mitarbeitenden fordert. Diese Erwartungen hatte ich auch an die ABB Schweiz. Vorgefunden habe ich eine Firma, die mir alle Möglichkeiten eröffnet, aber von mir erwartet, dass ich die richtigen Alternativen auch zur richtigen Zeit nutze. Mir wurde von Beginn weg Verantwortung übertragen, was ich als sehr motivierend empfand.
Kannst du uns kurz beschreiben, welche Trainee-Stationen du durchlaufen hast und was deine Aufgaben waren?
1. Station
ABB Schweiz, Gasisolierten Schaltanlagen, Zürich-Oerlikon
Während der 1. Station durfte ich bei der Entwicklung von Gasisolierten Schaltanlagen zwei verschiedene Projekte betreuen. Das erste Projekt betraf die Zertifizierung einer neuen Schaltanlage. Meine Aufgaben waren, die Kommunikation zwischen dem unabhängigen Gutachter und ABB sicherzustellen, die Dokumentation zusammenzustellen und das Projekt organisatorisch sowie technisch zu betreuen. Das zweite Projekt war die Neuentwicklung eines Nennstromkontaktes. Die Entwicklung beinhaltete die gesamte Projektabwicklung vom Design, über die Herstellung der Prototypen bis hin zu deren Prüfung.
2. Station
ABB Schweiz, Überspannungsableiter, Wettingen
Die zweite Station habe ich bei den Überspannungsableitern in Wettingen absolviert. Meine Aufgabe war, das Design aus Fertigungssicht zu überarbeiten und ein Konzept für eine effizientere Produktionslinie zu erarbeiten. Ich arbeitete als Produktionsingenieur eng mit der Produktentwicklung zusammen, die das Projekt aus technischer Sicht begleitete. Am Ende der sechs Monate hatten wir ein Konzept für eine effizientere Produktion und für ein produktionsoptimiertes Design erstellt.
Festanstellung
Die Festanstellung führte mich zur Micafil in Altstetten. In dieser Funktion bin ich zuständig für das Qualitätsmanagement und die Operational Excellence des Profit Center Bushings. Die Auslandstation hat sich gut in die Festanstellung integrieren lassen, da es zu meinem Job gehören wird, die Lizenzfabriken in Qualitäts- und produktionstechnischen Fragen zu unterstützen und vor Ort Audits und Schulungen durchzuführen.
Inwiefern konntest du dich on- wie auch off-the-job weiterbilden?
Im Rahmen des Weiterbildungsbudgets des Trainee-Programmes besuchte ich den Kurs “Effektiv Verhandeln” sowie einen Spanisch Sprachkurs an der Migros-Klubschule. Für die Erledigung meiner Aufgaben der ersten Station nahm ich an einem CAD-Zeichnungskurs teil. Im Rahmen der zweiten Station besuchte ich die Hannovermesse mit Fokus auf das Robotik-Seminar.
Durch die unterschiedlichen Aufgabenstellungen konnte ich mich in unterschiedlichen Gebieten austoben und lernte dadurch auch Bereiche kennen, in denen ich wahrscheinlich nie mehr die Gelegenheit haben werde zu arbeiten. Diese Erfahrungen haben mein Verständnis und Horizont für die gesamten Geschäftsprozesse enorm erweitert.
Deine Tipps für den Berufseinstieg?
Das Wichtigste aus meiner Sicht ist, dass man sich im Job wohl fühlt. Der Job soll Spass machen und die Perspektiven für die eigene Weiterentwicklung sollen offen sein. Ein Job nur auf Grund der guten Bezahlung zu wählen, ist die falsche Motivation und kurzfristig gedacht. Beim ersten Job ist es auch wichtig, dass man sich im Klaren ist, welche Funktionen man im Berufsleben innehaben möchte. So kann sich am Anfang z.B. ein Einstieg in der Entwicklung durchaus anbieten, da man aus anderen Gebieten nie mehr in die Entwicklung einsteigen, aber aus der Entwicklung in die meisten anderen Abteilungen umsteigen kann.