Abwechslungsreicher Berufseinstieg

René Würtele, Ex - Trainee, Fachrichtung Maschinenbau

Wie wurden Sie auf das Trainee-Programm aufmerksam? Weshalb haben Sie sich für das Trainee-Programm entschieden?
Nach dem Abschluss meines Maschinenbau-Studiums in Deutschland hatte ich den Wunsch, in der Schweiz zu arbeiten. Das zweite Kriterium war für mich der Einstieg in das Berufsleben über ein Trainee-Programm, da dies meiner Meinung nach die beste Variante darstellt. Die Recherche im Internet hat schnell gezeigt, dass das Trainee-Programm der ABB Schweiz genau meinen Vorstellungen entspricht. Entscheidend war für mich, in einem international operierenden Unternehmen mit vielen Standorten im Ausland arbeiten zu können und zudem musste ein Trainee-Programm einen mehrmonatigen Auslandsaufenthalt beinhalten.

Können Sie uns kurz beschreiben, welche Trainee-Stationen Sie durchlaufen haben und was Ihre Aufgaben waren?

1. Station: ABB Schweiz, Entwicklung von Schaltanlagen, Oerlikon
Am ABB-Standort in Oerlikon befinden sich unter anderem die Entwicklung, die Montage, der Verkauf und die Abwicklung (Projektmanagement) von gasisolierten Schaltanlagen (GIS) für den Hochspannungssektor. Ich habe während den ersten 6 Monaten hauptsächlich an der Entwicklung eines Gerüstes für die neue 420 KV Schaltanlage gearbeitet. Dabei galt es, eine Lösung zu entwickeln, welche die hohen Erdbebenbestimmungen nach IEEE erfüllt, gut zu montieren und zudem kostengünstig in der Herstellung ist. Des Weiteren habe ich die Abteilung in FEM-Berechnungen (Finite Elemente Methode) für diverse Schaltanlagenkomponenten (Schaltertank und verschiedene Gehäuse) unterstützt. Ziel hierbei war es, die Bauteile mittels FEM so zu optimieren, dass sie bei möglichst niedrigem Materialeinsatz die Anforderungen der Berstprüfung erfüllen.
Mich hat es sehr beeindruckt, dass ich trotz geringer Berufserfahrung voll in die Abteilung und den Arbeitsprozess integriert wurde und dabei Verantwortung für ein eigenes Teilprojekt übernehmen konnte.

2. Station: ABB Group, Power Technology Systems Service (PTS-Service), Oerlikon
Meine zweite Station habe ich bewusst in einem nicht-technischen Umfeld gewählt. Ich wollte einen Einblick in ein mehr wirtschaftlich orientiertes Umfeld erhalten. Der Bereich Power Technology Systems umfasst sämtliche Produkte aus dem PT-Segment der ABB (z.B. Schaltanlagen, Transformatoren, Kontrollsoftware etc.) welche kombiniert zu Systemen, z.B. als Umspann- und Verteilerstationen oder Kontrollsysteme für Kraftwerke, verkauft werden. In der Konzernzentrale habe ich als Assistent des PTS-Service Managers an der Strategieentwicklung des System-Service-Geschäfts mitgearbeitet. Die Aufgaben in dieser Zeit waren sehr vielfältig und reichten von Marketingaufgaben über die Organisation und Durchführung von Workshops bis zur Erstellung eines Business Plans für eine Geschäftseinheit. Die Arbeit in der Konzernzentrale hat mir die Möglichkeit gegeben, Mechanismen und Verhaltensweisen auf der Ebene von Entscheidungsträgern erleben zu können.

3. Station: ABB Chile, Service & Retrofit, Santiago de Chile
Vom 1. Oktober 2005 bis Ende Januar 2006 absolvierte ich meine Auslandstation bei ABB in Santiago de Chile. Hier arbeitete ich weiter im Service, was unter anderem in unmittelbarem Zusammenhang mit meiner vorangegangenen Tätigkeit stand. Die Aufgabe in Chile war zweigeteilt. Ein Teil umfasste die Entwicklung eines Serviceprodukts für den chilenischen Markt. Dadurch erhielt ich die Möglichkeit, direkt mit Kunden in Kontakt zu treten, um dieses Produkt auf den lokalen Markt abstimmen zu können. Der zweite Teil beinhaltete die Unterstützung der ABB Chile bei der Umsetzung und Adaption des zuvor in Zürich auf Konzernebene entwickelten Geschäftsmodells für Chile und weitere angrenzende Länder. Neben der Auslanderfahrung an sich, gab mir der Aufenthalt zudem die Chance Spanisch zu lernen. Dies war eines meiner persönlichen Ziele, welches ich mit der Auslandstation verband. Bevor ich die Festanstellung in der Schweiz antrat, unternahm ich eine Reise durch Südamerika.

Inwiefern konnten Sie sich on- wie auch off-the-job weiterbilden?
Ich verstehe ein On-the-job Training im Rahmen eines Trainee-Programms weniger in dem Sinne, dass ich mich detailliert mit einem Thema auseinandersetze, um darin Berufserfahrung zu sammeln. Vielmehr steht für mich im Vordergrund, meine Aufgaben während des Programms so vielfältig wie möglich gestalten zu können. Im Trainee-Programm sind die Schwerpunkte im On-the-Job Training folgende: Schnelles Einarbeiten in verschiedene Themengebiete, Verantwortung übernehmen und Erfahrung in der Zusammenarbeit mit verschiedenen Kollegen auf unterschiedlichsten Ebenen sammeln.

Als Vorbereitung auf meine Auslandstation in Chile habe ich einen Spanischkurs belegt. Parallel dazu habe ich an Seminaren zu Präsentationstechnik, Verhandlungstechnik sowie Betriebswirtschaftliches Denken und Handeln teilgenommen.

Was war Ihr eindrücklichstes Erlebnis
Das eindrücklichste Erlebnis hatte ich während meiner zweiten Station. Ich konnte den gesamten Prozess der Entwicklung eines Geschäftsmodells, vom ersten Workshop bis hin zu Fertigstellung des Business Plans, miterleben. Dies gab mir zudem die Möglichkeit, an zwei sehr eindrucksvollen Reisen nach Schweden und in die Türkei teilzunehmen. Ich hoffe, dass sich dies nun hier in Chile mit der lokalen Umsetzung der Strategie fortsetzen wird.

Last edited 2009-05-13
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    René Würtele
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