Zahnbürsten für Millionen

Um auf dem Weltmarkt für Zahnhygiene konkurrenzfähig zu sein, setzt die Schweizer Marktführerin Trisa auf eine hoch automatisierte Produktion. Ein Teil davon: ABB-Roboter.

In den grossen, hellen Produktionshallen herrscht grosse Geschäftigkeit. Hoch automatisierte Anlagen sind dabei, im Spritzgussverfahren Zahnbürstengriffe in verschiedensten Farben und Kombinationen herzustellen. In einer anderen Halle werden Borsten wie mit einer Nähmaschine in den Bürstenkopf gestanzt, geschliffen und abgerundet. Ein paar Damen in Arbeitskleidung überwachen den Vorgang. Weiter hinten rutschen fertige Zahnbürsten automatisch in eine vorgeformte PET-Folie; die Verpackung wird geschnitten und verschlossen, bevor sie für die Verkaufsläden versandfertig gemacht werden.

Rund 1 Mio. Zahnbürsten verlassen so jeden Tag die Produktionsanlagen der Firma Trisa. Das Schweizer Unternehmen ist eines der innovativsten und erfolgreichsten auf dem Markt. Was vor rund 120 Jahren als kleine Bürstenfabrik für den Hausgebrauch in Triengen im Surental (Luzern) angefangen hat, ist heute ein Familienbetrieb mit über 1'000 Mitarbeitenden und einem Absatz von 250 Mio. Zahnbürsten im Jahr. Etwa 97 Prozent der Produktion gehen in den Export in rund 80 Länder, nach Europa, den Mittleren Osten, Nordafrika, China oder Indien. Produziert wird auch heute ausschliesslich in der Schweiz.

Trisa ist Technologie-Leaderin
Damit ein solches in einem Hochpreisland hergestelltes Massengut auf dem Weltmarkt konkurrenzfähig sein kann, investiert das Unternehmen intensiv in neue Produkte. Trisa versteht sich denn auch in der Branche als Innovations- und Technologie-Leaderin. Komplexe Mehrkomponententechnologien für die Griffe werden ebenso entwickelt wie flexible Bürstenköpfe und verschiedenste Anordnungen der Borsten. Denn laut Felix Fischbacher, Export Marketingmanager bei Trisa, gibt es noch viel zu tun: "Heute erreichen Zahnbürsten etwa 65 Prozent der Zahnoberfläche, und es ist sehr schwierig, in die Zwischenräume und an den hinteren Bereich des Gebisses zu kommen. Unser Ziel ist es jedoch, den gesamten Zahn zu erreichen." Jedes Jahr werden so auf der Suche nach der perfekten Mundhygiene 20 bis 30 neue Produkte entwickelt.

ABB-Roboter helfen verpacken
Neben Innovation wird sehr stark auf Automation gesetzt. Trisa ist neben der Migros das Unternehmen in der Schweiz, das ihre Produktion am meisten mit ABB-Robotern automatisiert hat. "Und trotzdem haben wir in den letzten zwölf Jahren, seitdem wir die ersten Roboter installierten, mehrere Hundert Stellen geschaffen", unterstreicht Fischbacher. Rund 40 ABB-Roboter sind bei Trisa im Einsatz – vor allem bei der Endverpackung. Gerade ist wieder eine Bestellung von acht Robotern, einem IRB 1600 und sieben IRB 140, für neue Produktionslinien hereingekommen. "Mit Trisa ist die Zusammenarbeit über die Jahre gewachsen und geprägt von gegenseitigem Vertrauen", erklärt Roland Eschmann, Leiter Marketing bei ABB Robotics in Altstetten. ABB liefert die Roboter in Blau – der Hausfarbe von Trisa –, und das Unternehmen integriert sie in die bestehenden oder neuen Produktionssysteme und programmiert sie dann wie ein Systemintegrator selbst.

"Wir sind darauf angewiesen, unsere Anlagen mit Robotern sehr schnell und flexibel umzurüsten. Wir produzieren auch Kleinserien und können uns keine grossen Ausfallzeiten leisten", begründet Josef Lötscher, Bereichsleiter Technik. Lötscher schätzt den guten Kontakt zu den ABB-Spezialisten und deren Unterstützung ebenso wie die zuverlässigen und wartungsarmen Roboter, die teilweise seit Jahren im Betrieb arbeiten. So zum Beispiel ein IRB 2400 von ABB, der jeweils sechs in Folie verpackte Zahnbürstenserien in einer gewissen Ordnung greift und in einen Rechen stellt, oben eine Etikette nimmt und aufklebt. Zusätzlich kontrolliert er, ob keine Verpackung bei diesem Vorgang vergessen wurde. Seinem Sensorauge entgeht nichts – damit der Endkunde im Laden dann die richtige Zahnbürste für seine Bedürfnisse aussuchen kann. Denn Zahnbürste ist nicht gleich Zahnbürste.

Das Familienunternehmen Trisa
Die 1887 in Triengen (Luzern) gegrundete Trisa Gruppe, zu der auch die Ebnat Bürstenfabrik gehort, ist in der Mundpflege (73 Prozent), der Raumpflege (18 Prozent) und der Haarpflege (9 Prozent) tätig. Der weltweit führende Anbieter von Zahnbürsten und Mundpflegeprodukten erreichte 2008 einen Umsatz von 235 Mio. Franken. Der Exportanteil der Trisa AG belief sich auf 83 Prozent. Das Unternehmen zeichnet sich durch einen kooperativen Fuhrungsstil, einen paritätisch zusammengesetzten Verwaltungsrat, der Mitarbeitendenbeteiligung sowie durch soziales Engagement aus.

Last edited 2010-03-11
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    Rund 40 Roboter von ABB sind bei Trisa im Einsatz, primär bei der Verpackung.

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